Waske wagt es wieder

23. OKTOBER 2008
Waske wagt es wieder
Erschienen in: Frankfurter Rundschau

Alexander Waske ist wieder voll in seinem Element. In einem Trainingsspiel hämmert er seinem Gegner wie in alten Zeiten die Aufschläge um die Ohren und auch bei den Grundschlägen drückt der Frankfurter Tennisprofi wieder mächtig aufs Gaspedal. Keine Selbstverständlichkeit, musste Waske doch die letzten 13 Monate wegen einer Ellenbogenverletzung pausieren. An Tennis spielen war in dieser Zeit nicht zu denken. "Ich kann erst seit etwa drei Wochen wieder voll spielen und belasten", sagt der 33-jährige, dessen Leidensweg im April 2007 begann. Immer wieder klagte er über starke Schmerzen im Ellenbogenbereich, schleppte sich mit Tabletten von Match zu Match.

Das ging so lange gut, bis ihn ein Muskelbündelriss endgültig stoppte. Das Doppel der Daviscup-Partie gegen Russland im September letzten Jahres konnte Waske nur bestreiten, weil er sich vorher eine Betäubungsspritze in den Arm hatte geben lassen. "Wahrscheinlich habe ich mir mit dieser Aktion den Arm noch mehr kaputt gemacht", sagt der Frankfurter, der das Doppel an der Seite von Philipp Petschner trotz aller Widrigkeiten dennoch gewann. Am Ende hieß es insgesamt trotzdem 3:2 für Russland.

Die Ärzte versicherten Waske, dass sein Muskelbündelriss bis Januar 2008 ausgeheilt sei und er ohne Bedenken die Australian Open spielen könne. Pustekuchen. "Nachdem diese Verletzung verheilt war, entzündete sich die Muskulatur im Ellenbogen und ich konnte schon wieder nicht spielen", erzählt der Doppelspezialist, der bis zu seiner Verletzung im Einzel unter den Top 100 und im Doppel unter den Top 20 der Welt zu finden war.

Der Hesse reiste von nun an quer durch Europa, auf der Suche nach einem Arzt, der ihn vollends heilen könnte. "Ich habe während dieser 13 Monate bestimmt 1000 Physiotherapiestunden und 200 Spritzen über mich ergehen lassen. Jeder Arzt und jeder Physio hat mir sicherlich auf seine Art geholfen, aber so richtig gezogen hat keine Therapie", so Waske, der laut eigener Aussage aber zu keinem Zeitpunkt aufgegeben habe. "Ich bin ein Kämpfertyp und ich wusste, dass ich irgendwann wieder auf dem Platz stehen würde."

Nachdem dann vergangenen Mai ein erneuter Comebackversuch beim ATP-Turnier am Hamburger Rothenbaum gescheitert war, näherte sich Waske alternativen Heilmethoden und fand den Psychologen und Bioenergetiker Holger Fischer. "Wenn du so lange verletzt warst, wirst du automatisch offen für Neues", sagt der Frankfurter. Fischer ziehe das Körperliche, Emotionale und Geistige in seiner Arbeit zusammen.

"Er hat mir schon nach kurzer Zeit helfen können." Aber das ist Vergangenheit. "Ich habe als Sportler noch Ziele, will zurück in die Daviscup-Mannschaft und wenn möglich, ein Grand-Slam-Turnier im Doppel gewinnen", so der Hesse. Seinen Weg zurück in den Tenniszirkus beginnt der Frankfurter nächste Woche beim Challenger-Turnier in Aachen. Dort wird er im Einzel und an der Seite von Michael Kohlmann im Doppel antreten.

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